Montag, 24. August 2009

und es war doch schön

Endlich das erste "richtige" Zweitligaspiel. Bisher ging es ja nur gegen 2 Aufsteiger. Da kann man die eigene Mannschaft doch eher schwerlich einschätzen. Das Spiel gegen Paderborn war natürlich großartig. Gegen Berlin in Berlin gibt es halt für uns nichts zu holen.
Aber jetzt Koblenz. Unser erstes Freitag Abend Spiel um 18:00 Uhr. Was für eine doofe Uhrzeit. Also darf ich mich schon um halb fünf auf den Weg Richtung FGP machen. Hab wieder mein grünes Diebels Trikot an. Hat immerhin gegen Paderborn Glück gebracht. Im normalen Leben bin ich nicht abergläubisch. Ich glaube auch nicht an Horoskope, es sei denn es ist gut. Aber wenn man einmal gewonnen hat, dann wird das Trikot auch beim nächsten Spiel wieder angezogen. Es kleines Problem ist nur das Trikot an und für sich. Mitte der 90er, als das Trikot gefertigt wurde, war das Wort "atmungsaktiv" noch nicht erfunden. Demensprechend könnte man sich auch gut in Frischhaltefolie einwickeln. Das Ding hat auch noch lange Ärmel. Egal, nur halt etwas unangenehm.
Man hält halt an gewissen Ritualen fest. Ich will gar nicht alle beschreiben. Alleine beim drüber nachdenken, zweifle ich etwas an mir selber. Jedenfalls habe ich mir wie immer die Stadionzeitung gekauft, Petra ist wie immer als erste in den Block gegangen, hab der Mannschaft zugewunken, Guido steht nach kurzer Auszeit auch wieder rechts neben mir, also alles vorbereitet und es kann losgehen. Die Stimmung ist wie gewohnt klasse.
Leider will sich Koblenz nicht so recht am Anfang in die Rolle des devoten Punktelieferanten einfinden. Die machen tatsächlich ziemlich Druck. Aber unsere Abwehr, vor allem mit den neuen, ist eine Bank. Selbst Hamza Cakir spielt fussball ähnlich. Normalerweise spielt er ja eher wie der legendäre Jörg Bach. Also entweder das Ding hinten hoch raushauen, oder quer spielen. Naja, Jörg Bach hat den dabei meistens über das gegnerische Tor gehauen.
Nach der ersten Viertelstunde hatten wir das Spiel dann locker im Griff. Das Tor war nur eine Frage der Zeit. Chancen waren wieder mal mehr als für 3 Spielen vorhanden. Zweite Halbzeit verlief vollkommen souverän von unserer Mannschaft aus. Die arme Koblenzer kamen kaum aus der eigenen Hälfte raus.
Eine wirklich beachtliche Leistungen lieferte auch der Schiedsrichter in seinem ersten Fussballspiel ab. Es wäre nett zu wissen, welche Sportart der Gute vorher betreut hat. Da es offensichtlich sein erstes Spiel war, wollen wir uns nicht weiter aufregen. Das habe ich schließlich neunzig Minuten schon getan. Meinen Vorschlag, er solle doch mal seinen Kopf aus dem Gesäß ziehen, damit er etwas besser sehen könnt, wollte er dann auch nicht aufgreifen. Meinen anderen Vorschlag an den Linienrichter, sich seine Fahne rektal einzuführen, damit er nicht mehr so doof damit rumwinkt, fiel ebenfalls auf Taube Ohren. Ich mein es ja nur gut und man will ja nur hilfreich sein.
Der Wunsch, die Niederlage vom Tus letzte Saison gegen Rostock (9:0 für Hansa) zu überbieten ging dann nicht in Erfüllung.
Übrigens hatte Uwe Rapolder seinerzeit in einem Interview erzählt, dass seine Frau nach besagtem Spiel ihn auf dem Handy anrief und meinte, der Videotext im Fernseher wäre kaputt. Da würde was von 9:0 stehen und das könne ja nicht stimmen. Ich gehe mal davon aus, dass Frau Rapolder die Nacht auf dem Sofa schlafen durfte. Außerdem erzählt man sich, dass die Mannschaft von Koblenz sich das Spiel auf der Rückfahrt im Bus direkt auf Video anschauen durfte. Da es rund 590 Kilometer von Rostock nach Koblenz sind, hat Herr Rapolder das Spiel in einer Endlosschleife laufen lassen. Mancher Spieler dürfte froh gewesen sein, dass körperliche Gewalt in Deutschland per Gesetz verboten ist. Frau Rapolder wahrscheinlich auch.
Am nächsten Abend habe ich dann den Hossi auf dem Feuerwehrfest getroffen. Der hat ne Dauerkarte für den 42er. Da stehen die Ultras. Die waren dann so gut drauf, dass die nach dem Spiel einfach weitergefeiert haben. So lange, bis dann eine Stunde nach dem Spiel die Mannschaft noch mal aus der Kabine kam um mit den Jungs noch ein bisschen zu singen und zu feiern.
So, jetzt geht es gegen Duisburg. Aufgrund guter Beziehungen haben wir sogar schon Karten. Von einem Dusiburg Fan. Trotzdem netter Kerl.
Ich werde wieder das grüne Diebels Trikot anziehen. Petra wird wieder als erste in den Block gehen und Guido wird rechts neben mir stehen. Dann winke ich der Mannschaft beim Einlaufen zu und wir können gar nicht verlieren.

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